Die Savanne erwacht

Fotoprojekt
Die Savanne erwacht

Vom Herbst 2008 bis Mai 2010 arbeiteten wir an unserem neuen Fotoprojekt "Die Savanne erwacht". Dazu verbrachten wir insgesamt 7 Monate in Sambia und portätierten die Verwandlung der afrikanischen Savanne mit dem Regen. Durch die Zusammenarbeit mit der Naturschutzorganisation African Parks Network, der staatlichen Wildschutzbehörde ZAWA und eines im Ökotourismus tätigen lokalen Safarisunternehmens (Robin Pope Safaris) war es uns möglich, Sambias weitgehend unbekannten und abgelegenen Wildnisgebiete auch während der Regenzeit zu besuchen.

-> Bildband "Die Savanne erwacht - Wenn der Regen kommt in Afrika"

-> Multimedia Live-Reportage "Die Magie des Sambesi"

-> Zu den Bildern

-> Medienstimmen

Wenn der Regen kommt in Afrika

Die afrikanische Savanne pulsiert im Rhythmus des Wassers. Auf die entbehrungsreiche Trockenzeit folgt eine Zeit von Wachstum und Vermehrung. Leiden und Tod wird abgelöst durch farbenfrohe Lebensfreude. Mit dem Regen entfaltet sich die wahre Magie Afrikas. Üppig grün und blühend bieten sich neue und überraschende Bilder eines vermeintlich bekannten Lebensraumes.

Schon bevor es regnet, ereignet sich in der Natur Erstaunliches. Während abgemagerte Tiere und dürre Pflanzen das Ende der Trockenzeit herbei sehnen, spriessen bei den ersten Bäumen frische Blätter, der Leberwurstbaum blüht, tausende rot schillernder Karminspinte versammeln sich zur Brut und Puku-Antilopen werfen ihre Jungen. Wenn es dann endlich regnet, verwandelt sich die ausgetrocknete Savanne in ein gelbes Blütenmeer. Zehntausende Gnus wandern zum frischen Grün, Wildhunde und Hyänen laben sich an den vielen Jungtieren. Gelb, grün, rot - immer intensiver leuchten die Farben. Elefanten, Giraffen und Zebras schwelgen im Überfluss, Leoparden und Löwen haben leichtes Spiel und die Nilpferdfamilien verteilen sich im weiten Fluss. Wenn dann gegen Ende der Regenzeit die grossen Schwemmebenen überfluten, scheint das Wasser auf den Himmel zu treffen. Tiefes Blau und spektakuläre Wolkenformationen spiegeln sich auf den glatten Wasserflächen, Böcke der Litschi Moorantilopen rennen spritzend hinter den Weibchen her und Pelikane, Nimmersatte und Kraniche versammeln an den Gewässern voller blühender Seerosen.

Die Wildnisgebiete Sambias

An den Flüssen Sambias entfalten sich spektakuläre Landschaften und Naturparadiese. Weltbekannt sind die Viktoriafälle am Sambesi, die mächtigsten Wasserfälle der Welt. Erst langsam bekannt werden die fantastischen Wildnisgebiete an den unberührten Ufern des Sambesi und seiner bedeutendsten Zuflüsse Kafue und Luangwa. Der Südluangwa und der Kafue Nationalpark gehören zu den grössten und artenreichsten in Afrika. Im Liuwa Plain Nationalpark folgen wie in der Serengeti riesige Gnu- und Zebraherden dem Regen. Der Kasanka Nationalpark lockt für kurze Zeit über acht Millionen Flughunde an. Im Bangweulu Sumpfgebiet, vergleichbar mit dem Okavango Delta in Botswana, brütet der extrem seltene Schuhschnabel-Storch. Die ursprüngliche Wildnis Zambias birgt einige der weltweit ungewöhnlichsten Naturwunder. Mit dem Regen erwachen sie jedes Jahr zu neuem Lebenund offenbaren sich in ihrer vollen Pracht.

Nicht nur die Tiere und Landschaften, auch die Menschen Sambias hängen direkt vom Sambesi und seinen Zuflüssen ab. Bei der Unabhängigkeit 1964 gab sich deshalb das damalige Nord-Rhodesien den Namen Sambia, zu Ehren des Sambesi, des „grossen Flusses“. Viele Menschen in abgelegenen Gebieten haben ihre traditionellen Lebensweisen weitgehend beibehalten. Über 70 ethnische Gruppen leben in Sambia friedlich zusammen und beeindrucken durch ihre aussergewöhnliche kulturelle Vielfalt.

Bis in die 1990er Jahre wurde in den Nationalpärken Sambias intensiv gewildert, einerseits für den eigenen Fleischbedarf, andererseits aber auch für den Elfenbein- oder Nashornhandel. Inzwischen hat in Sambia der Schutz der Wildnisgebiete hohe Priorität. Ein nachhaltiger Tourismus ist der Schlüssel dazu. Er bringt dem Land dringend benötigte Devisen und der lokalen Bevölkerung um die Nationalparks Arbeitsplätze.

 

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